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Test & Technik: E-Bike

Leitfaden für den Kauf

(Ca. 2-3 Min. Lesezeit)

Die Auswahl an E-Bikes ist gewaltig. Wer nicht weiß, worauf es ankommt, verliert schnell den Durchblick. Folgender Leitfaden hat sich bewährt, damit du ein Bike bekommst, das auch wirklich zu dir passt.

1. Lass dich von einem kompetenten E-Bike-Fachhändler beraten!

E-Bikes sind aufgrund ihrer Technik nicht nur wesentlich beratungsintensiver als normale Fahrräder. Das hohe Gewicht und die ungewohnte Motorunterstützung machen eine ausgiebige Probefahrt zu einem unbedingten Muss, um Handling, Bedienungs- und Sitzkomfort buchstäblich zu „erfahren“. Das Wichtigste ist, dass du dich auf dem Rad wohlfühlst. Ohne Probefahrt und gute Beratung kann nach dem Kauf schnell die Ernüchterung kommen. Vor dem Besuch eines erfahrenen Fachhändlers solltest du für dich einige Fragen beantworten, die er dir mit Sicherheit stellen wird:

 2. Wo möchtest du mit dem E-Bike hauptsächlich fahren?

Die Beschaffenheit der Radwege (Asphalt, Schotter, Feldwege, Wald, Wiese?) und die Topografie (flach, hügelig, bergig?) auf deinen bevorzugten Strecken spielen eine wichtige Rolle. Fährst du eher in der Stadt, regelmäßig zur Arbeit, lieber im Gelände? Machst du gern auch mal eine schöne Tour am Wochenende oder planst vielleicht sogar eine Radreise? Überlege genau, wozu du das Rad nutzen möchtest.

3. Wie weit möchtest du fahren? Wie gut bist du trainiert?

Meistens ist die Reichweite bei modernen E-Bikes mit etwa 100 Kilometern groß genug. Für große Touren von vielen Stunden (z.B. Tagestour) sollte der Akku eine größere Reichweite haben. Bedenke außerdem: Der Ladestand sinkt umso schneller, je mehr du dich vom Motor unterstützen lässt. Wichtig: Bei vielen Höhenmetern sinkt der Akkustand schneller als man oft denkt. Und: Wenn man nicht so oft nachladen kann oder will, ist ein größerer Akku ebenfalls praktisch.

4. Sitzt du lieber aufrecht oder lieber sportlich auf dem Rad?

E-Mountainbikes sind sehr beliebt, nicht nur bei Berg- und Geländefahrern. Für gemäßigteres Fahren ist ein Trekkingrad mit aufrechter Sitzhaltung die bessere Wahl. Mit profilierten Reifen sind auch Feld- und Waldwege möglich.

5. Was ist für dich ergonomisch wichtig?

Solltest du bisher schon auf deinem normalen Fahrrad Beschwerden haben (z.B. Sitzprobleme, Rücken-, Knie- oder Nackenschmerzen, kribbelnde Finger, einschlafende Hände oder taube Füße) sollte dein Berater dies unbedingt wissen. Die richtige Rahmengröße und -geometrie, ein hochwertiger ergonomischer Sattel, komfortable Griffe und vor allem die optimale Einstellung aller Komponenten sind das A und O, damit du mit deinem E-Bike dauerhaft Spaß hast. 

6. Wie sollte dein E-Bike ausgestattet sein?

Licht, Schutzblech, Gepäckträger, Ständer: Auch hier gibt es individuellen Klärungsbedarf. Wenn du öfter bei Dunkelheit fährst, sollte eine hochwertige Beleuchtung nicht fehlen. Scheinwerfer, die fest mit dem Fahrrad-Akku verbunden sind, oder mobile Batterie-Stecklampen – du hast die Wahl. Ähnlich verhält es sich bei Schutzblechen und Gepäckträgern: Variable Stecksysteme machen auch ein Mountainbike bei Bedarf schnell alltagstauglicher, fest installierte Komponenten sind stabiler und belastbarer, erhöhen das Gesamtgewicht des ohnehin schweren E-Bikes aber dauerhaft – wie auch ein Fahrradständer.

 

Wenn du dies für dich beantwortet hast, ist das eine sehr gute Grundlage für eine Beratung. Es gibt allerdings noch mehr zu klären wie zum Beispiel: Tretlagermotor oder Nabenmotor? Welcher Motorhersteller? Welche Bedienführung an welchem Radcomputer und Display ist für dich intuitiv am geeignetsten? Welche Informationen brauchst du auf deinen Touren? Kommt für dich auch ein sogenanntes S-Pedelec infrage (45 km/h Höchstgeschwindigkeit und kennzeichenpflichtig)?

Link: Video Unterstützung beim Radkauf durch den Händler

In der Summe sind es viele Fragen, die ohne Expertenwissen schnell überfordern können. Nicht selten kommt es dann zu vorschnellen Kaufentscheidungen, die häufig Folgekosten nach sich ziehen – wenn nämlich das ohnehin schon hochpreisige E-Bike nicht passt und nachgebessert werden muss.

So habe ich es im Bekanntenkreis kürzlich erlebt. Da wurde wochenlang alles Mögliche recherchiert, wurden Testberichte studiert und Preise verglichen – am Ende stand die Online-Bestellung eines vermeintlichen Schnäppchens. Das Rad war qualitativ gut, aber die Fahrerin hatte während und nach jeder Tour Beschwerden.

Nach vielen Diskussionen ließ sie sich schließlich zum Bikefitting überreden. Ergebnis: Neuer Lenker (vorher zu breit) mit neuen Griffen (unkomfortabel), neuer Sattel (keine Druckentlastung) und optimierte Satteleinstellungen (zu niedrig, falsche Neigung). In der Summe ergaben sich so nachträglich Mehrkosten von einigen Hundert Euro.

Fazit: Der Kauf nach kompetenter Beratung im Fachhandel wäre unter dem Strich preisgünstiger gewesen, hätte zudem Zeit und Nerven gespart. Wie hast du dein Rad gekauft?

 

Fragen zum Sattel? Antworten findest du beim saddle.expert

 

Autor: Jan
Erhöht mit Rennrad, E-Bike, MTB und Trekkingrad seine Lebensqualität erheblich. Mal sportlich, mal gemütlich. Mal allein, mal mit Freunden und Familie. Gern mit Höhenmetern. Hat viel erlebt und zu erzählen. Manchmal schreibt er seine Erlebnisse und Erfahrungen auch auf. Zum Beispiel im saddle.blog